Von Seefahrern, Strandräubern und einem goldenen Ohrring [Texel]

Es ist das Goldene Zeitalter der Niederlande: Reformation, kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Die nördlichen Provinzen der Niederlande lösen sich vom habsburgischen Spanien und schließen sich zur Republik der Sieben Vereinigten Provinzen zusammen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in der Stadt, den Bauern und Landarbeitern gehört je nach Provinz gut 40 Prozent der Äcker und Weiden. Ein Zustand, der im damaligen Europa einzigartig ist.

Während die Hanse auf ihren Niedergang zusteuert, häufen niederländische Kaufleute im Ostseehandel Vermögen an. Ihre Schiffe sind kleiner und wendiger als die der Konkurrenz. Und sie brauchen weniger Besatzung.

Dann wird es den Niederländern in der Ostsee zu eng.Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0903
The sea, once it casts its spell, holds one in its net of wonder forever. (Jacques Yves Cousteau)

Am 20. März 1602 wird die VOC, die Verenigde Oostindische Compagnie in Amsterdam gegründet. Sie soll zum größten Handelsunternehmen ihrer Zeit aufsteigen. Und die Niederlande zur mächtigsten Seemacht der Welt. „Oranje Blanje Bleu“ flattert bald auf allen Weltmeeren.*

Vor ihren großen Fahrten nach Ostindien, wie die fernen Inseln Java, Ambon und die Molukken oder das damalige Ceylon genannt werden, ankern die prächtigen Dreimaster der VOC in der Reede von Texel. Zusammen mit Walfängern und bewaffneten Fregatten sind es zeitweise bis zu 150 Schiffe, die auf günstigen Ostwind warten. Wochen-, manchmal monatelang. Derweil wird gelöscht und geladen: Silber, Waren und Proviant, vor allem Frischwasser. Niederlande-Texel-Oudeschild-Hafen_MG_1098Niederlande-Texel-Oudeschild-Hafen_MG_1080
Die langen Seereisen sind gefürchtet. Die Ernährung ist einseitig, Matrosen sterben an Skorbut, Wasser verdirbt. Beim Trinken beißen Seeleute die Zähne zusammen, um keine Würmer zu verschlucken. Destillierapparate werden eingeführt, aber schon bald aus Kostengründen wieder abgeschafft. Die Waisenbrunnen auf Texel versprechen Abhilfe.

Sie liegen unweit vom Hafen Oudeschild und gehören zum nahen Waisenhaus, das seinen Unterhalt durch den Verkauf des stark eisenhaltigen Süßwassers sichert. Unappetitlich braun, mit scheußlichem Geschmack, aber haltbar. Bis zum Kap der Guten Hoffnung bleibt das Wasser aus den Waisenbrunnen einigermaßen frisch. Die Seeleute transportieren es in Fässern über den Bach Skilsloot bis an den Deich, von dort auf ihre Schiffe.

Heute führt der Bach mitten durchs Museumsareal von Kaap Skil. Niederlande-Texel-Oudeschild_MG_0772Niederlande-Texel-Oudeschild_MG_0773Niederlande-Texel-Oudeschild_MG_0777
Jeden Morgen fühle ich mich von einem Traum wie Strandgut abgesetzt. (Arthur Feldmann)

Kaap Skil, „Museum van Jutters en Zeelui“ oder „Museum der Strandräuber und Seeleute“, informiert über die Blüte der niederländischen Seefahrt, Unterwasserarchäologie und das Leben der Insulaner ganz allgemein. Hier werden unzählige Fundstücke aus National- und Privatbesitz gezeigt, die die stürmische Nordsee irgendwann zurück an Land gespült hat, die sich in den Netzen von Fischern verfangen oder die von Hobbytauchern aus den Tiefen rund um Texel geborgen wurden. An die 300 Schiffswracks vermutet Gilles van Mil, der uns eloquent durch die Ausstellung führt, vor Texel. Quellen, die sich auf die Archive der VOC stützen, deuten auf bis zu 800 Wracks. Niederlande-Texel-Oudeschild-KaapSkil-Jutters_MG_1180Niederlande-Texel-Oudeschild-KaapSkil-Jutters_MG_1177
Gilles ist selbst passionierter Jutter. Mit seinem gezwirbelten Schnurrbart und den wachen Augen erinnert der diplomierte Chemiker stark an Jean Pütz. Dass er Spaß am Jutten hat, glaube ich ihm aufs Wort. Jutten – zu Deutsch in etwa Strandräuberei – erinnert auch an ein dunkles Kapitel der Geschichte, als Schiffe durch falsche Leuchtfeuer in seichte Gewässer gelockt und geplündert wurden. Strandgutsammler beschreibt es heute treffender.

Das Sammeln von Strandgut ist auf Texel illegal, wird aber gemeinhin als Kavaliersdelikt betrachtet, schließlich hat es eine lange Tradition. Früher waren arme Küstenbewohner oft auf das angewiesen, was die See ausspuckte. Man ging eben an den Strand und nahm mit, was verwertbar war. Treibholz beispielsweise. Wer heute von den Strandwächtern erwischt wird, bekommt eine Strafe von 250 Euro aufgebrummt. „Auch, wenn wir hin und wieder gerne ein Bier zusammen trinken.“ Erwischt wurde Gilles allerdings noch nie. Niederlande-Texel-Oudeschild-KaapSkil-Jutters_MG_1183Niederlande-Texel-Oudeschild-KaapSkil-Jutters_MG_1189
Die Silhouette des Museums, das erst 2012 eröffnet wurde, zitiert Formen holländischer Giebel und erinnert zugleich an die Wellenbewegung der See. Innen ein lichter Bau mit viel Glas, außen eine Fassade aus Holz: wettergebleichte Lamellen, die aus dem alten Schalholz vom Noordhollands-Kanal stammen und hier nicht nur eine neue Funktion erfüllen, sondern auf ästhetische Weise die Idee des Jutten versinnbildlichen. Entworfen wurde der Bau vom Delfter Büro Mecanoo Architecten, die mit der Lamellenfassade und den je nach Sonnenstand verstellbaren Klappläden – auch „echt Hollands“ – wunderbare Lichtspiele im Inneren schaffen. Das Konzept wurde 2012 mit dem Daylight Award ausgezeichnet. Niederlande-Texel-Oudeschild_MG_1074Niederlande-Texel-Oudeschild_MG_1071
Im Garten stehen Fischerkaten aus den 30er bis 50er Jahren. Von Gilles erfahren wir, dass Fischer Pullover aus Schafswolle trugen. Die waren strapazierfähig und hielten trocken. Am eingestrickten Muster ließ sich ablesen, woher der Seemann kam. Nicht weiter wichtig im Alltag, aber damals wie heute gingen Männer über Bord und ertranken. Ein goldener Ohrring, in den die Kennnummer des Schiffes punziert war, sollte dem Matrosen ein ordentliches Begräbnis sichern. Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0902Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0901
The man who has experienced shipwreck shudders even at a calm sea. (Ovid)

Kaap Skil ist nicht das einzige Jutter-Museum auf Texel. An der Westseite der Insel, dort, wo die Küste der offenen See ausgesetzt ist, liegt das Schiffbreuk- en Juttersmuseum Flora.

“Es ist Freitag, der 28. Dezember 2001. Es stürmt. Am frühen Abend geht über Seefunk das Notsignal eines Frachtschiffs ein. Offenbar von der deutschen „Hunte“. Das Schiff ist steuerlos und droht an der Küste von Texel zu stranden. Die Männer der KNRM machen sich für eine Rettungsaktion bereit. Ein Rettungshelikopter ist bereits in Den Helder gestartet…“ Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0932Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0900
Der Anfang einer von vielen Geschichten. Vor über 75 Jahren begannen Jan und Klaas Uitgeest mit der Strandräuberei, durchkämmten bei Wind und Wetter Texels Strände und zeigen heute ihre Fundstücke in der Flora. Andere Strandräuber, vor allem aber Fischer, die mancherlei Kuriosität als Beifang in ihren Netzen aus dem Meer ziehen, steuern Exponate bei. Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0916Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0913
Words today are like the shells and rope of seaweed which a child brings home glistening from the beach and which in an hour have lost their lustre. (Cyrill Connolly)

Im Garten steht beispielsweise ein kleiner Leuchtturm, gleich daneben ein 200 Jahre altes Ruder, das – so war es damals üblich – mit Kupferplatten verkleidet ist. Grünspan hat ihm eine tolle Patina verliehen. In einen Kiel sind römische Ziffern eingeritzt, die den Tiefgang des Schiffes markieren. Am Staketenzaun sind Schwimmflossen und Gummihandschuhe in einer bunten Reihe aufgespießt. „Die meisten Handschuhe stammen von Ölplattformen oder Fischerbooten, werden aus Versehen über Bord gespült und hier auf Texel angeschwemmt“, erzählt Jan Uitgeest. Vieles ist lustig anzusehen, anderes jagt mir einen Schauer über den Rücken. Kinderspielzeug, Turnschuhe, viel Plastikzeugs, sogar ganz persönliche Fotos sind ausgestellt. Erstaunlich, was da so im Meer herumschwimmt. Schön finde ich die Glasflaschen. Einige sehen furchtbar alt und kostbar aus. Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0926
Klaas Uitgeest hat irgendwann die Seiten gewechselt, wurde vom Strandjutter zum Strandvonder, zum Strandwächter also. Als im Herbst 2014 sein Buch „Jutters en Strandvonders van Texel“ – „Die Strandräuber und Strandwächter von Texel“ – erschien, ging für ihn ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Bruder Jan bleibt seiner Flora treu.

© Text und Fotos: Jutta M. Ingala Niederlande-Texel-Oudeschild-Hafen_MG_0823
Wer? Wo? Was?
*Orange, Weiß und Blau sind die Farben Willems von Oranien, der den Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier anführte.
Ausführliche Informationen über die Insel, Must-see-places und aktuelle Veranstaltungstipps bietet die Website vom VVV Texel. Im Frühjahr 2015 ist der erste deutschsprachige, sehr informative Reiseführer über Texel erschienen: „Insel Trip Texel“ von Ulrike Grafberger

Kaap Skil
Heemskerckstraat 9
1792 AA Oudeschild
Niederlande
T 0031 (0) 222 314 856
www.kaapskil.nl
Geöffnet dienstags bis samstags von 10.oo bis 17.oo Uhr, sonntags von 12.oo bis 17.oo Uhr.

Schipbreuk- en Juttersmuseum Flora
Pontweg 141A
1796 MA De Koog
Niederlande
T 0031 (0) 222 321 230
www.juttersflora.nl
Geöffnet täglich von 10.oo bis 17.oo Uhr.

Zu meiner Reise nach Texel wurde ich vom VVV Texel eingeladen. Herzlichen Dank dafür!

46 Gedanken zu “Von Seefahrern, Strandräubern und einem goldenen Ohrring [Texel]

  1. Ich beneide Dich um Dein fotografisches Auge. Wieder einmal sind die Bilder zum verlieben <3
    Auf Texel war ich noch nicht. Und Dank Deines Artikels rutscht es auf meiner Wunschliste gleich nach oben.
    Ganz liebe Grüße aus Krefeld,
    Tanja

    • Ui, guten Morgen Tanja, wie lieb von dir! Texel ist so schön „dichtbij“ und von NRW aus das perfekte Wochenendziel. Für Cabrio-Fahrer übrigens ein Traum. Wenn du auf die Insel fährst, habe ich zwei kulinarische Tipps für ein fabelhaftes Abendessen: Im Hotel De Lindenboom (Den Burg) gibt es niederländische Tapas, „Gerechies“, ein Überraschungs-Menü in sieben Gängen im Restaurant „‚t Schoutenhuys“. Das Ambiente ist leger, die Einrichtung urig mit einigen alten „Fundstücken“ aus Texels „Herrenhäusern“. Nummer 2: Im Restaurant „Gusta“ im Boutique Hotel Texel bei De Cocksdorp. Raffinierte lokale Küche, viel aus dem (Watten)Meer und von den Texeler Weiden und Äckern. Den Absacker liefert eine kleine Likörmanufaktur aus Oosterend n(demnächst hier im Blog), deren Besuch ebenfalls lohnt! Plus: Das Boutique Hotel hat einfach die schönsten Zimmer! Großzügig, Skandinavisch angehaucht, pudrige Töne, helles Holz, ein paar Akzente vom Land wie die originelle „Scheunentür“ vorm Bad. Na ja und dann gibt es auf Texel natürlich die Natur : ) Sonnige Grüße, Jutta
      PS: Wie sieht es mit Xanten aus?

      • Deine Tipps sind gleich notiert :-D Danke Dir!!
        Da bin ich ja bestens gerüstet!

        Mit Xanten scheint sich die Terminrunde zu verlaufen. Ich mache mal eine FB-Gruppe auf. Müssen uns unbedingt bald mal austauschen und treffen. Schade, dass Du beim #RBCGN nicht dabei warst. War herrlich :-)

      • Ah, schade, aber dann mit neuem Anlauf! Von Köln habe ich gar nicht gewusst und dieser Event unlängst mit der Tante JU sah auch ziemlich spannend aus. Mir entgeht hier in der „Abgeschiedenheit“ des Münsterlandes einfach zu viel :) Hab einen schönen Tag, Jutta

      • Schade, dass das eventuell mir vorbeigegangen ist. Hatte auch auf meinem privaten Facebook postet. Die Veranstaltung wird aber nächstes Jahr wiederholt.

  2. Hallo,
    ich bin ein großer Texel-Fan und war auch schon im Flora-Museum. Das Kaap Skil kenne ich nur von außen, hört sich aber toll an. Werde ich mir merken für meinen nächsten Besuch auf der Insel. Schöner Bericht und interessante Fotos.
    Viele Grüße
    Ben

    • Hallo Ben, ja, die „Texel-Liebe“ kann ich nachvollziehen! Kaap Skil ist völlig anders als die Flora und lohnt doppelt: Neben Strandgut sind die Schifffahrt und das Leben auf der Insel dort ein großes Thema, im Keller gibt es ein riesiges Modell, das einen Teil der Insel zur Zeit der VOC zeigt: Mit Schiffsmodellen, Geräuschkulisse und tollen Lichteffekten. Und es gibt ein gutes „kopje Koffie“ im Museums-Café. Herzlichen Dank fürs Vorbeischauen, Jutta

  3. Total spannend Seefahrt früher und heute! Ich liebe das Meer und ich suche am Strand auch immer nach schönen Sachen. Es ist ja sicher nicht verboten, ein paar Muscheln oder ein hübsches Stück Treibholz zu sammeln? Einmal habe ich ein Holzschild mit einem Namen darauf gefunden. Das hat jetzt einen Platz bei mir in der Wohnung. Texel kenne ich noch nicht, scheint aber ein toller Ort für Strandräuber zu sein!
    Grüße
    Lene

    • Hallo Lene, hört sich nach einem tollen Fund an! Ja, ich glaube man kann mit etwas Glück wirklich schöne Sachen finden und Muscheln & Co. fallen sicher nicht in die Kategorie „Verboten!“ Texel ist total schön: Setz es mal auf deine Wunschliste! Sonnige Grüße, Jutta

    • Hello Ronni, Thanks for stopping by! Did you get an idea about the topic? I guess such a „beachcomber museum“ would be quite a nice idea for Höfn, too. I am just thinking of the whale skeleton and things like that. It’s quite fascinating to learn about long forgotten stories which the sea suddenly coughs up! Happy midsummer, Jutta

  4. Hallo Jutta,

    ich war bisher noch nie auf Texel, aber das kann ich mir jetzt sparen ….. wg. Deiner interessanten Story und den tollen Bildern :) Gerade diese mit den vergrößerten Ausschnitten machen den Beitrag noch lebendiger. Texel ist sicher eine schöne Insel für einen entspannten Sommerurlaub.

    Viele Grüße
    Winfried

    • Hallo Winfried, das war eigentlich nicht meine Absicht! Und die „wahren“ Geschichten erlebt man ohnehin nur vor Ort. Also bitte Texel auf die Reiseliste setzen :) Übrigens ist die Insel eigentlich zu allen Jahreszeiten ein schönes Ziel. Wer nichts gegen ein bisschen Seewind & Co hat, kann hier super durch die verschiedenen Naturschutzgebiete wandern oder radeln, Wasservögel beobachten, im Frühjahr Lämmer zählen (das ist was fürs Auge!), mit dem Austernmann durchs Watt wandern – das habe ich leider noch immer nicht geschafft! – und und und… Sende dir sonnige Grüße, hab ein schönes Wochenende, Jutta

      • Hallo Jutta,

        Du hast ja bzgl. Besuchen in den Niederlanden auch noch den Vorteil, daß Du deren Sprache sprichst. Dann kommt man noch schneller ins Gespräch, wobei ja die meisten Niederländer Sprachtalente sind und mehrer Sprachen sprechen. Ich persönlich finde in Randzeiten zu verreisten eigentlich schöner. Das Wetter ist vielleicht nicht so beständig, man muß sicher den ein oder anderen Abstrich machen, aber es meist dann nicht so voll. Das gilt für Texel wahrscheinlich auch.

        Herbstliche Grüße aus Bonn
        Winfried

      • Hallo Winfried, ja, da gebe ich dir recht. Kleines Volk, großes Seefahrer. Da musste man früh fremde Sprachen lernen. Das zieht sich ja auch durch die Zeit: Es werden weniger Bücher übersetzt, Filme nicht synchronisiert. Niederländer setzen sich da ganz automatisch mit Sprache auseinander. Ich denke, das gilt auch für unsere Nachbarn im Norden. Und darum haben sie sprachlich einfach alle mehr drauf als wir Deutsche! Das Interesse an Deutsch ist – gefühlt – heute bei den jüngeren Niederländer aber nicht mehr so ausgeprägt. Umgekehrt hat man tatsächlich oft schon die Sympathien auf seiner Seite, wenn man ein wenig Niederländisch spricht. Und es macht natürlich auch Spaß, sich selbst zu üben. So oder so: Offen sind sie, die Niederländer. Und nochmal ja: Lieber dann an schöne Orte reisen, wenn sonst niemand dorthin will! Solange man keine schulpflichtigen Kinder hat : ) Herbstliche Grüße (brrrrr!) zurück, Jutta

  5. So ein schöner Bericht Jutta! Da habe ich gleich Lust hinzufahren und in den Museen zu stöbern! Wünsche dir einen tollen Abend, Nina

    • Herzlichen Dank Nina! Gerade in der Flora geht das tatsächlich super: Da steht, hängt und liegt soviel Strandgut herum, dass man in Jahren nicht schafft jedes Teil unter die Lupe zu nehmen. Einiges davon will man ohnehin nicht so genau anschauen. Sind schon kuriose Sachen dabei! Wünsche ein tolles Wochenende, Jutta

  6. Hej, hej, Frau Layout-Königin, das sieht wahnsinnig schön aus! Nach Texel habe ich mal eine Klassenreise gemacht. Fand ich damals voll langweilig. Mit 18 ist man ja Vieles. Aber nicht immer schlau :-) Die holländische Küste muss ich mir unbedingt irgendwann mal mit wacheren Augen anschauen. Liebe Grüße, Stefanie

    • Lach! Stefanie, 18 ist natürlich das beste Alter, um sich auf Klassenfahrten für Natur & Co. zu begeistern!
      Texel ist sooooo schön: für Strandläufer, Radfahrer, Schlemmermäuler, Schafverrückte, Sonnenanbeter und Windsbräute. Und Museumsgänger der besonderen Art. Und dann gibt es da noch die Bäder in Schafswolle. Aber davon kann ich nur aus zweiter Hand erzählen : ) Ganz liebe Grüße, Jutta

  7. Herrlich! Texel? Kenn ich. Die Museen? Kenn ich nicht. Jetzt möchte ich hin! Tolle Story, bis bald, Christiane

    • Texel hat eben auch für Kenner noch ein paar Überraschungen in petto! Übrigens wurde das Café im Kaap Skil gerade unter die 50 besten Museums-Cafés in den Niederlanden gewählt. Wenn das kein zusätzlicher Anreiz ist, dort mal eben einen Stopp einzulegen? In der Flora gibt es natürlich auch „een kopje koffie“! Danke fürs Vorbeischauen Christiane, viele Grüße, Jutta

  8. Hallo Jutta,

    was für ein schöner Beitrag. Die Seefahrt und die Seefahrer faszinieren mich schon seit meiner Kindheit, und solche Orte faszinieren mich. Texel ist damit in meiner Reisewunschliste ganz weit nach oben gerutscht :).

    Ich habe vor einiger Zeit auch mal einen Artikel über die portugiesische Seefahrt veröffentlicht, den ich gerade auf unserem Blog eingestellt habe. Vielleicht interessiert er Dich, Jutta? http://www.travelworldonline.de/traveller/die-seefahrt-portugals-im-zeitalter-der-entdeckungen/

    • Hallo Monika, lieben Dank, ja, da klicke ich mich gleich einmal hinüber! Das Meer, die Seefahrt, all die Geschichten und Mythen, auch die dunklen Kapitel (heute haben wir ja leider ein ganz anderes dunkles Kapitel mit Plastik-Meer & Co.) finde ich schon sehr spannend. Ich frage mich wieder und wieder, wie Seeleute es überhaupt auf dem engen Raum ausgehalten haben. An Hygiene mag man da gar nicht denken, aber meine Gedanken kreisen eigentlich immer um eine Frage: Wie haben sich die Männer überhaupt trocken gehalten? Schiffe hatten ja nicht immer Decks und die Arbeit fand nun mal im Freien stat. Seemänner müssen eigentlich permanent klamme bis nasse Kleidung – zumindest im Norden – ertragen haben. Dann das Thema Navigation, Seekarten… abenteuerlich, nicht wahr? Herzliche Grüße, Jutta

  9. Bis zu 800 Wracks for Texel? Das ist eine ganze Menge.
    Sehr schöner Artikel. Ich musste gerade schauen, wo Texel eigentlich liegt. Bis dato habe ich noch nicht viel darüber gehört.
    Definitiv eine Insel, die es zu entdecken gilt.

    • Hallo Christina, liegt ja auch nicht gerade bei euch um die Ecke : ) Ja, im Museum hieß es rund 300 Wracks, in einem Buch von Siggi Weidemann, Kunsthistoriker und Archäologe, ist von 800 Wracks dir Rede. Er stützt sich dabei auf Originalaufzeichnungen aus dem Archiv der VOC. Wenn man sich vorstellt, dass in einer einzigen Nacht – am 24. Dezember 1593, also noch vor Gründung der VOC – allein 44 Handelsschiffe während eines schlimmen Sturms in der Reede von Texel sanken und dabei 1000 Männer ertranken, scheint 800 über die Jahrhunderte auf einmal gar nicht so viel. Natürlich sind das nicht alles riesige Schiffe, auch kleinere. Und wahrscheinlich gibt es dort noch manchen Schatz zu heben : ) Texel ist süß! Toll zum Radfahren, für Spaziergänge in den Dünenlandschaften De Muy und De Slufter und so ein wenig Dolce Vita gibt es dort sicher auch! Ganz liebe Grüße nach Österreich, Jutta

  10. Liebe Jutta, das ist ein superinteressanter Bericht! Ich wusste auch nicht, dass man Strandgut nicht einfach mitnehmen darf. Anscheinend wird in Texel besonders viel angeschwemmt. Irgendwie gibt mir Dein Artikel das Gefühl, dass ich da hin muss!
    LG
    Ulrike

    • Hallo, liebe Ulrike, herzlichen Dank! Ich frage mich auch, welche Regeln und vielleicht Gesetze es da gibt, ob das von Land zu Land, von Region zu Region ähnlich gehandhabt wird oder vielleicht eher dort eine Rolle spielt, wo tatsächlich viel Treibgut an land gespült wird. Texel ist ja so ein Ort, weil eine stark befahrene Schifffahrtsroute praktisch „vor der Haustür“ verläuft. Ich denke, es geht hier tatsächlich um Dinge, die Wert haben oder um Fälle, wenn eine ganze Ladung neuwertiger Produkte über Bord geht, die ja einen Besitzer haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die „Strandwächter“ Interesse an alten Gummihandschuhen oder einer verbeulten Boje haben. Andererseits denke ich mir, dass Funde hin und wieder auch Aufschluss über ein Schiffsunglück oder andere Vorkommnisse auf See liefern können. Wer weiß. Auf jeden Fall ist es ein spannendes Thema! Und ja, fahr mal hin: Texel ist eine gaaaaanz entspannte Insel! Liebe Grüße, Jutta

  11. Also ich finde Hintergrundinfo toll! Hier sind spannende Dinge dabei von denen ich noch nie gehört habe. Das mit dem Wasser zum Beispiel oder dem goldenen Ohrring. Wobei ich mich frage ob der Matrose dann tatsächlich ordentlich beerdigt wurde oder ob sich der „Finder“ das Gold in die eigene Tasche gesteckt hat? Auf alle Fälle ziemlich spannend und schöne Fotos. Ich möchte auch mal nach Texel!
    ganz viele Grüße, Nicole

    • Guten Morgen Nicole, freue mich über die Bestätigung! Ehrlich gesagt habe ich mich das auch gefragt. Ich denke, das hat vor allem eine wichtige Rolle in einer Zeit gespielt, als die Menschen recht gottesfürchtig waren und zumindest in dieser Sache „ehrlich“ waren. Ich muss da vielleicht noch einmal tiefer einsteigen, denn ich bin selbst neugierig: Schließlich muss es recht häufig vorgekommen sein, dass Seeleute ertranken! Herzlichen Dank fürs Vorbeischauen, sonnige Grüße, Jutta

  12. Hallo Jutta,
    ganz toll recherchiert und wunderbar geschrieben. Und auch von den Fotos bin ich schwer begeistert. Da bekomme ich direkt wieder Sehnsucht nach Texel. Ist schon eine sehr faszinierende Insel mit soooo vielen Geschichten …
    Ich freue mich schon darauf, von deinen nächsten Ausflüge zu lesen!
    Grüße aus Holland, Ulrike

    • MERCI liebe Ulrike! Übrigens ist dein Buch sehr hilfreich gewesen. Mein Kompliment dafür! Und es steckt voller spannender Geschichten: Michiel de Ruyter war mir beispielsweise gar nicht so geläufig (auch den Rummel um den Film habe ich völlig verpasst). Ich stand sogar vor der Zeemanskerk in Oudeschild, die aber leider verschlossen war. Ich möchte da schon gerne einmal an einem Dienstag vorbeischauen, um Kronleuchter und Schiffsmodell anzuschauen und vielleicht den Seemannsliedern zuzuhören. Auch die Anekdote um die „Reichen Stinker“ fand ich äußerst interessant ! Liebe Grüße über die Grenze, Jutta

  13. Danke, liebe Jutta. Der Bericht ist wahnsinnig interessant. Z. B. die Geschichte mit dem Verbot Strandgut zu sammeln und dazu die absolut genialen Fotos. Tolle Bildausschnitte, die eine ungeheuere Ruhe ausstrahlen! In diese schwarzweiße Fischerkate habe ich mich gleich verliebt. Ich mag die Farbkombination sehr. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für Dich! :)

    • Ganz lieben Dank! Freue mich sehr, dass es dir gefällt! Ich bin ja nie sicher, ob Leser so eine Dosis Geschichte & Co. eher langweilig oder interessant finden, aber ich packe das trotzdem in meine Berichte : ) Ursprünglich hatte ich ganz naiv angenommen, dass man tatsächlich einfach einstecken kann, was man am Strand so findet. Aber da wird ja auch einmal etwas sehr Altes und/oder Wertvolles angespült und dann ist eigentlich klar, dass es da Grenzen gibt. Eine Flaschenpost oder ein schön geschliffenes Stück Holz gehört sicher in die Kategorie „Darf man mitnehmen!“ Gilles van Mil hatte viel über seine Funde zu erzählen. Ab und zu wird – leider – eine Leiche angespült… Flaschenpost gibt es wohl recht häufig. Und dann natürlich die Dinge, die man eigentlich nicht finden möchte: viel zu viel Plastik. Insofern ist ein Besuch der FLORA auch super interessant. Dort wird einem ziemlich drastisch vor Augen geführt, was so alles herumschwimmt. Abenteuer MEER! Liebe Grüße, Jutta

  14. Hallo Jutta,
    ich bin ein großer Texel-Fan. Wir sind eigentlich jedes Jahr auf der Insel, aber diese beiden Museen kenne ich bisher gar nicht. Das in Oudeschild habe ich schon mal gesehen, aber da wir nicht so große Museumsgänger sind, hat es mich nicht weiter interessiert. Beim nächsten Texel-Besuch im August schaue ich dort ganz bestimmt vorbei! Vielleicht auch in dem anderen Museum. Sieht ziemlich originell aus. Schöner Bericht!
    Viele Grüße
    Dodo

    • Hallo Dodo, deine Texel-Liebe kann ich wirklich gut nachvollziehen! Ich finde die Insel so herrlich entspannend und ja, beim nächsten Besuch unbedingt ein paar Museums-Stopps einplanen. Beide Museen sind wirklich SEHR unterschiedlich: FLORA ist ja privat und hier geht es hauptsächlich um moderne Funde mit viel Krimskrams. Aber es gibt auch ein paar alte Highlight wie das kupferbeschlagene Ruder, das es mir angetan hat. In Kaap Skil hast du eine professionelle Ausstellung mit viel Hintergrundinformationen zur Seefahrt und speziell zu Texels Rolle zur Zeit der Ostindien-Fahrer. Im Untergeschoss gibt es ein tolles Modell, das einem eine wirklich gute Vorstellung von dem „Getümmel“ vor Texel vor einigen Hundert Jahren gibt. Und es gibt ja auch mal Regentage auf der Insel: Was wäre da besser als ein Museumsbesuch? Sonnige Grüße, Jutta

  15. Wie schön Jutta! Ich stand schon vor der Tür von Kaap Skil hatte aber leider nicht genug Zeit, um auch rein zu gehen. Aber Texel, ich komm wieder :-)
    Morgendliche Grüße, Simone

    • Hallo, liebe Simone, herzlichen Dank! Beim nächsten Texel-Besuch musst du unbedingt einen Abstecher ins Museum einplanen. Im Untergeschoss gibt es ein wahnsinnig gutes Modell des Inselabschnitts um Oudeschild mit der Reede und Schiffen, die dort vor Anker liegen. Eine Szene um 1650. Eine Lichtinstallation macht den Betrachter Glauben, das Ganze sei in Bewegung. Mit toller Soundkulisse! Im Hauptsaal im Erdgeschoss, dort wo auch das Café untergebracht ist, hängt Texel als Strick-Stick-Patchwork-Teppich aus Schafwolle an der Decke. Du weiß ja wie es ist, wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist: Da bleibt oft zuwenig Zeit für Fotos! Auf der Website von Kaap Skil kannst du dir das aber ansehen. Ich bin ja ein Architektur-Liebhaber und war begeistert von dem Bau und dem Konzept. Hättest du es unlängst in deinem Blogpost nicht erwähnt, hätte ich wahrscheinlich gar intensiver über das Architekturbüro recherchiert. Toll, wie die das gemacht haben! Liebe Grüße, Jutta

Heraus mit der Sprache! Ich sehe es wie Karl Popper: "Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab."

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