Wie geht gutes Leben?* [Steiermark]

Zimmer frei!
Gutes Leben … Ja, wie geht das eigentlich? Während mancher für (s)ein „gutes Leben“ Überfluss braucht und von einem Superlativ zum nächsten rauscht, sind es für andere die kleinen Dinge. Das Unscheinbare, Leise. Ich gehöre zu Letzteren. Ich mag das Unaufdringliche, Schönheit im Detail, die sich vielleicht erst auf den zweiten oder dritten Blick erschließt. Ob von der Natur geschaffen oder von Menschenhand ist dabei ganz gleich: Die Umgebung muss mir ein gutes Gefühl geben. Das ist wichtig und auf jeden Fall ein guter Einstieg in „gutes Leben“. Glaube ich. In China heißt es übrigens, das Leise habe eine starke Stimme. Weiterlesen

Oh, Vienna! [Wien]

Vom Altstadt Vienna durch den siebten Wiener Bezirk – ein Streifzug
Wer im siebten Wiener Bezirk lebt, will dort nicht mehr weg. Angesagt, eigenwillig, ein Dorf mitten in der Stadt. Hier hat sich eine kreative Szene ausgebreitet, für die man auch gerne einen Blick in die Durchhäuser und Innenhöfe wagen darf. Denn dort verbirgt sich hinter manch unscheinbarer Fassade Großes.

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Night train - Foto von Blaise Adilion

Imagine [Lyon]

„Art is not a special thing. Anyone can do it“. Yoko Ono
Kunst hat mich schon als Kind berührt. Dabei war meine Familie nicht sonderlich kunstsinnig. Aber Museums- und Ausstellungsbesuche gehörten doch zum festen Repertoire sonntäglicher Aktivitäten.

Manchmal hat Kunst mich eingeschüchtert, mir regelrecht Angst gemacht … Nicht die überbordenden, rätselhaften Gemälde eines Hieronymus Bosch mit ihren düster prophetischen Szenen. Eher der Gedanke, Kunst nicht richtig zu verstehen. Und mich nicht angemessen darüber Kunst unterhalten zu können. Einblicke
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War is Over. If you want it.

War is over. If you want it. [Lyon]

Unlängst im MAC Lyon. Weil es immer aktuell ist …
War is Over. If you want it.
Als er 1969 gefragt wurde, was US-Präsident Nixon tun solle, um den Krieg in Vietnam zu beenden, starrt John Lennon ungläubig in die Kamera des Reporters und erwidert: „He should declare peace!“ Als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt. So einfach. So brillant. Weiterlesen

Requisite XL für Stiller

Mensch, geh doch mal ins Theater! [Bochum]

„Bühneneingang“. Unscheinbar prangen die Lettern am kleinen Vordach. Die Metalleinfassung ist schmucklos und etwas ramponiert, erinnert daran, dass das Gebäude aus den 1950er Jahren stammt. Ein roter Monolith in eigenwilliger Form, der den Platz zwischen Bochums Königsallee und Saladin-Schmitt-Straße ganz für sich beansprucht. Früher stand hier ein Varieté, das nach zwei ebenso kurzen wie erfolglosen Jahren schließen musste. Dessen Nachfolger, das Stadttheater, schrieb eine ganz andere Geschichte. Aber auch hier gab es kein Happy End. Nach Aufstieg, Ruhm und Ehre kommt die Tragödie: Das Gebäude wird 1944 zerbombt. Erst 1953 eröffnet an gleicher Stelle das neue Schauspielhaus. Gebaut nach Plänen von Gerhard Graubner. Heute steht der rote Backsteinbau unter Denkmalschutz. 
Bühneneingang

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Spiegelbilder

Farbe bekennen! [Niederlande]

„Kunst? Kunst darf man NIEMALS studieren!“ Weil Kunst brotlos ist? Eigentlich müsste er es besser wissen. Wim van Krimpen ist Galerist in Amsterdam, lebt von der Kunst und für die Kunst. Kennt sich aus in der Welt der alten und neuen Meister. Er war Interims-Direktor der Kunsthal Rotterdam, dann Direktor des Fries Museum in Leeuwarden und leitete schließlich die Geschicke des Gemeentemuseum Den Haag. Ganze acht Jahre lang. Eindrucksvolle Stationen. Colour blocking
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Streifzüge durch den Pott [2] – Alles altes Eisen

Aufstieg, Blüte, Niedergang. Am 4. April 1985 ist alles Geschichte. Nur die Landschaft ist nicht mehr wie sie war. 84 Jahre nach Gründung durch August Thyssen ist Schicht im Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich. Auf 200 Hektar gammeln die mächtigen Industriebauten nun vor sich hin. Und die Natur schlägt zurück.  Weiterlesen

An Leidens Grachten

Die tätowierte Stadt [Leiden]

Monsieur hat unlängst die Branche gewechselt: von Heavy Metal zu Samt und Seide. Himmel! Pulsbeschleuniger für jedes Frauenherz. Ich träume heimlich, dass wir nach 14 Ehejahren nun endlich gemeinsam durch die Edelboutiquen dieser Welt streifen oder – ungleich besser – durch schicke Vintage-Läden. Während ich meinen Gedanken nachhänge, balanciere ich am Kanal entlang, zwischen parkenden Autos hindurch, um das ein oder andere Haus am gegenüberliegen Kai abzulichten. Das will nicht so recht gelingen: Es ist diesig und am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Über Leiden färbt sich der Himmel grau. An Leidens Grachten Weiterlesen

Goldglänzend: Kunst von James Lee Byars

Von Revoluzzern, Kunst und Kräuterkunde [Niederrhein]

Geschichtsträchtig ist der Landstrich zwischen den Niederlanden und Westfalen, eng an den großen Fluss geschmiegt, mit dem er sich den Namen teilt: der Niederrhein. Fluss und Land sind natürlich zwei paar Schuhe. Verlobt sind sie, aber nicht verheiratet. Während der Strom weiterzieht, ist die Landschaft eine schöne Konstante, die den Besucher mit einer überwältigenden Grenzenlosigkeit empfängt. Sprichwörtlich. Denn wo die Region Niederrhein beginnt und wo sie endet, das weiß niemand so ganz genau. schloss-moyland-mohn-2 Weiterlesen

Streifzüge durch den Pott [1] – Tiger and Turtle

Heute heißt der Kohlenpott ganz uncharmant Metropole Ruhr. „Zu Marketingzwecken“, so die offizielle Begründung. Dabei gibt es so viele Metropolen, den Pott aber nur einmal. Der neue Name klingt nicht nur langweilig, er scheint auch mit der Geschichte abgeschlossen zu haben. Mit Bergbau und Verhüttung, mit Zechen, Hochöfen und dem Russ in der Luft, der einst alles mit einem schmierigen Film bedeckte. Und auch mit der Emscher, die in den 1950er Jahren zur Kloake der Region verkommen war. Darauf war niemand stolz. Verständlich. Tiger and Turtle - Achterbahn aus Stahl
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