Das Tor zur Welt. Vom Kommen, Gehen und Bleiben* [Bremerhaven]

“The cure for anything is saltwater – sweat, tears, or the sea.” Isak Dinesen*

In der Nacht wird der Wind zum Sturm. Ungestüm zerrt er an den Segeln, tobt, heult, während der Regen im Takt gegen das Bullauge der Kajüte trommelt. Die Uhr zeigt elf. Ich hocke auf einem schmalen Sims, sehe hinaus. Die Beine angewinkelt, die Füße in gemütlichen Pampuschen, in den Händen einen wärmenden Tee mit süßem Honig. Durch den Regenschleier beobachte ich die Häuser im Hafen. Sie flackern wie Irrlichter im Moor. Ich warte. Darauf, dass der Regen sich legt, dass sich die letzten Wassertropfen an der Scheibe finden, eins werden, sich in Nichts auflösen. Darauf, dass der Sturm verstummt. Doch er verstummt nicht. Müde seinen Geschichten weiter zu lauschen, Geschichten, die er an fernen Orten einfängt und um den Erdball bis hierher in den Norden trägt, gehe ich zu Bett. Auf den Lippen den letzten Tropfen Tee.  Weiterlesen

Pfahlbau am Strand von St. Peter-Ording

Moin Moin! [Nordsee]

Es klingt fast so als würde die Tageszeit hier überhaupt keine Rolle spielen: „Moin!“ Morgens, mittags, abends. „Moin!“ passt. So unbekümmert wie ein „Hej!“ in Dänemark und so grundehrlich, dass es einem selbst zuerst zwar zaghaft – denn genau genommen gehört man ja nicht dazu –, beim nächsten Mal dann umso forscher über die Lippen kommt: „Moin!“ Damit sind die Verhältnisse geklärt. Seebrücke von St. Peter-Ording
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Skyr und mehr im Glas

Lust auf Keks? [Reykjavík]

Manchmal möchte ich gar nicht ankommen. Mir graut vor dem Aus- und Umsteigen, vor dem Schleppen von Gepäck, vor dem Hasten und Hetzen, um ja den Anschluss nicht zu verpassen. Oder ich bin einfach nur müde … mit oder ohne Jetlag. Auch jetzt. Schließlich ist es schon weit nach Mitternacht und wir sind immer noch unterwegs. Mit meinem Filius sitze ich im FlyBus Richtung Reykjavík. Doch während mir schon lange die Augen schwer werden surft Lu noch begeistert im Netz. Im Bus gibt es WiFi. Gratis. Wow – willkommen in Island! 

Sun Voyager
Natürlich kommt er. Unweigerlich. Der Moment in dem ich aus  dem Halbschlaf gerissen werde. Noch einmal Umsteigen: In den kleineren Shuttlebus nämlich, der es durch die engen Straßen der Altstadt von Reykjavík schafft. Weiterlesen