Küchenparty [Vaihingen an der Enz]

Wer hätte das gedacht: Die Horrheimer haben einen ganz und gar zweifelhaften Ruf. Ja, tatsächlich, „Misthäufles-Türken“ werden sie im Regionaljargon genannt. Was recht derb klingt, darf man gerne mit einem Augenzwinkern verstehen. Und wer dem Ursprung der Verunglimpfung auf den Grund gehen möchte, der wirft einen Blick in die Geschichtsbücher, ruft sich die Zeit zwischen 1529 und 1689 auf und erinnert sich vielleicht – vielleicht auch nicht – an die Belagerungen Wiens durch die Osmanen. „Türkenkriege“ werden sie auch genannt. Die Furcht vor dem riesigen, wenngleich fernen Heer ergriff wohl auch manchen Schwaben. Und so will die Sage, dass zu eben jener Zeit ein Horrheimer Mauerwächter in einer frostkalten Nacht rauchende Lagerfeuer und mit ihnen krummsäbelige Türken vor den Toren der Stadt wähnte. Er rief zu den Waffen. Doch im Morgengrauen entpuppten sich die feindlichen Feuer als dampfende Dunghaufen. Der Rest ist Geschichte.

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Zutphen: Spiegelbilder, roter Klinker und eine schwarze Fiets

Ruhe, Raum und Rhythmus [Niederlande]

UNTERWEGS IN ZUTPHEN

Einst „Hot Spots“ auf der Landkarte, pulsierend und überbordend von kulturellem Leben, stehen sie heute etwas im Schatten so beliebter Destina­tionen wie Rotterdam, Den Haag oder Maastricht: die niederländi­schen Hansestädte.

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Schwarzwälder Kirsch [Glottertal]

Von Küchenglück und beschwipsten Kirschen
Drei schokoladige Biskuitböden und mindestens ein ganzer Liter Sahne, saftige Sauerkirschen und – davon lieber etwas mehr als zu wenig – geraspelte Schokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil … Klingt verführerisch? Unbedingt!
Unbedingt gehört auch Hochprozentiges zur Schwarzwälder Kirschtorte. Und nach dem Kirschwasser – nicht nach den süßsauren Früchtchen – ist die Torte auch benannt. Weiterlesen

Lotta backt Brot [Schweden]

Fika, Felsen und das gute Leben auf Tjörn

Aus altem Getreide wie Emmer und Dinkel backt Lotta Kristensen hauchdünne Knusperpizza und Brotlaibe mit kräftigen Aromen. In ihren Produkten stecken nur gute Zutaten. Vor allem Leidenschaft.

Wie Walrücken lugen die glatt geschliffenen Felsen aus dem Wasser. Blass, wie auch das Meer und der Himmel, wie die karge Vegetation, die sich ängstlich ans Gestein klammert. Eine Landschaft, die an ein Aquarell erinnert. Eigentümlich leuchtend und von so schlichter Schönheit, dass es seit jeher Künstler auf die Insel Tjörn zieht, um etwas von diesem Zauber einzufangen. Wer sich im nahen Nordic Watercolour Museum umsieht, liest ihre Geschichten in Bildern. Weiterlesen

Goa war gestern [Niederlande]

For-rest – Glamping zwischen Flamingos und Weidevieh
Wenn das Leben Kopf steht, gestrandete Weltreisende und hippe Vagabunden Alternativen zu Goa und Ibiza suchen, liegt das Gute neuerdings – und hoffentlich bleibend! – ganz nah. Im niederländischen Rekken nämlich, nur einen Steinwurf entfernt vom Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn, das mit seinen rosaroten Flamingos per se schon sehr exotisch ist.

Tipis und Jurten im Achterhoek
Ein Pop-up-Glamping auf der grünen Wiese. Pop-up, also temporär. Weiterlesen

Schmachtend am Stammtisch [Schwarzwald]

Landidyll im Glottertal
Ob tatsächlich so erzählt oder von mir in blühender Fantasie ausgemalt, lässt sich nach einem langen Abend bei samtigen Weinen und herbem Zibärtle nicht mehr mit Gewissheit sagen. Auch der Kontext ist nicht wirklich klar, doch das Bild, das sich da in meinen Kopf geschlichen hat, gefällt und bleibt: „Schmachtend am Stammtisch“.
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Wiesen und Schafe wie Sand am Meer [Texel]

„Die Niederlande im Kleinen“, so sagt man über Texel. Die Insel besitzt Nordseeküste und Wattenmeer, Salzwiesen und Polder, Wald und Dünen. Außerdem einen Leuchtturm und hübsche Backsteinarchitektur, 14.000 Schafe und und nicht ganz so viele Einwohner … Ach ja, und Strandräuber – aber die lassen sich nicht gerne zählen … Weiterlesen

Der Käse verrät die Milch [Waadtland]

In den Waadtländer Alpen
Im Frühjahr habe die Milch mehr Wasser, im Herbst mehr Trockenmasse, so Thérèse Morier. Milch ist essentiell fürs Handwerk der Moriers. Und die liefern ihnen derzeit 26 Kühe, die sich von Mai bis Oktober auf den Almen ihres Chalets La Cluse an saftigem Weidegras und Alpenkräutern gütlich tun.
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Wie geht gutes Leben?* [Steiermark]

Zimmer frei!
Gutes Leben … Ja, wie geht das eigentlich? Während mancher für (s)ein „gutes Leben“ Überfluss braucht und von einem Superlativ zum nächsten rauscht, sind es für andere die kleinen Dinge. Das Unscheinbare, Leise. Ich gehöre zu Letzteren. Ich mag das Unaufdringliche, Schönheit im Detail, die sich vielleicht erst auf den zweiten oder dritten Blick erschließt. Ob von der Natur geschaffen oder von Menschenhand ist dabei ganz gleich: Die Umgebung muss mir ein gutes Gefühl geben. Das ist wichtig und auf jeden Fall ein guter Einstieg in „gutes Leben“. Glaube ich. In China heißt es übrigens, das Leise habe eine starke Stimme. Weiterlesen

Oh, Vienna! [Wien]

Vom Altstadt Vienna durch den siebten Wiener Bezirk – ein Streifzug
Wer im siebten Wiener Bezirk lebt, will dort nicht mehr weg. Angesagt, eigenwillig, ein Dorf mitten in der Stadt. Hier hat sich eine kreative Szene ausgebreitet, für die man auch gerne einen Blick in die Durchhäuser und Innenhöfe wagen darf. Denn dort verbirgt sich hinter manch unscheinbarer Fassade Großes.

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