Akrobatische Verrenkungen

De Razende Bol [Texel]

“I have been honoured to serve the whales, dolphins, seals – and all the other creatures on this Earth. Their beauty, intelligence, strength, and spirit have inspired me.” Paul Watson

De Razende Bol … „Die rasende Kugel.“ Ein ungewöhnlicher Name für eine Sandbank, die sich auf einer Fläche von knapp fünf Quadratkilometern scheinbar unberührt vor der Südspitze Texels erstreckt. Im Westen die Nordsee, im Osten die Meerenge Marsdiep, dahinter Festland. Entstanden ist das Fleckchen durch die Gezeitenströme zwischen Meer und Insel: Wenn die steigende Flut und das aus dem Marsdiep zurückfließende Wasser aufeinanderprallen, sinkt aufgewühlter Meeressand ab, schichtet sich langsam und unregelmäßig auf. Von oben betrachtet tatsächlich kugelförmig mit feisten, von Ebbe und Flut geschliffenen Armen, die sich Texel entgegenstrecken. Hier entsteht kein neues Land, vielmehr ein flüchtiger Ort. Als Spielball in der Strömung bewegt sich der Razende Bol nämlich mit einer Geschwindigkeit von ganzen 100 Metern pro Jahr auf Texel zu. Das rückt „rasend“ in die richtige Perspektive.
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Spiegelbilder

Farbe bekennen! [Niederlande]

„Kunst? Kunst darf man NIEMALS studieren!“ Weil Kunst brotlos ist? Eigentlich müsste er es besser wissen. Wim van Krimpen ist Galerist in Amsterdam, lebt von der Kunst und für die Kunst. Kennt sich aus in der Welt der alten und neuen Meister. Er war Interims-Direktor der Kunsthal Rotterdam, dann Direktor des Fries Museum in Leeuwarden und leitete schließlich die Geschicke des Gemeentemuseum Den Haag. Ganze acht Jahre lang. Eindrucksvolle Stationen. Colour blocking
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Liebe ist käuflich [Texel]

Ein Haus mit wechselvoller Vergangenheit. Einst wohnte hier der Küster, dann diente es Seefahrern, wettergehärteten Fischern und gewieften Händlern als Herberge. Auch einem Kupferschmied gehörte das geduckte Gebäude mit der ockergelben Backsteinfassade und dem grün gestrichenen Giebel einmal. In vier Jahrhunderten wurde die Schwelle so tief ausgetreten, dass sie heute eins ist mit dem schön gekachelten Boden. Das Dach senkt sich unter der Last der Jahre. Würden wir den alten Mauern zuhören, sie flüsterten uns ihre Geschichten zu: von ehrbaren Bürgern, von jungen Bräuten und lachenden Kindern, von Tagedieben und Halunken. Heute betreibt Daniëlle an der Kerkstraat, der Kirchstraße, ihr Gewerbe. Amsterdam-Rijksmuseum-Seefahrer-IMG_6998
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Aussicht aufs Wattenmeer

Allein im Pipowagen [Texel]

Im wahren Leben arbeitet Job als Redakteur beim „Texelse Courant“. Dass Paal 17 zum besten Strandpavillon der Niederlande gekürt wurde oder dass man im Boutique Hotel Texel neuerdings ein Bad in Schafswolle nehmen kann: der 30-jährige weiß es als Erster. Er ist Experte, der Mann vom Fach sozusagen. Job ist Horeca-Korrespondent auf der westfriesischen Insel. Flora und Fauna sind da eigentlich weniger sein Ding. Doch vielleicht ist es sogar besser, ein unbeschriebenes Blatt zu sein, um sich auf das kleine Abenteuer einzulassen. Das Abenteuer? Wattwächter. Die Aufgabe: Besuchern von der Vogelwelt Texels zu erzählen, von der Insel im Allgemeinen, vom Wattenmeer. Und ganz nebenbei auch ein wachsames Auge auf die empfindliche Natur und ihre Bewohner haben.Windmühle Het Noorden bei Utopia
Job Schepers tauscht also Anfang Mai Tastatur gegen Fernglas, den Schreibtisch gegen ein Etagenbett im mobilen Wattwächterhäuschen am Deich. Alltag gegen Utopia. Sechs Tage, fünf Nächte. Allein im „Pipowagen“. Weiterlesen

Strandräubermuseum Flora in De Koog

Von Seefahrern, Strandräubern und einem goldenen Ohrring [Texel]

Es ist das Goldene Zeitalter der Niederlande: Reformation, kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Die nördlichen Provinzen der Niederlande lösen sich vom habsburgischen Spanien und schließen sich zur Republik der Sieben Vereinigten Provinzen zusammen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in der Stadt, den Bauern und Landarbeitern gehört je nach Provinz gut 40 Prozent der Äcker und Weiden. Ein Zustand, der im damaligen Europa einzigartig ist.

Während die Hanse auf ihren Niedergang zusteuert, häufen niederländische Kaufleute im Ostseehandel Vermögen an. Ihre Schiffe sind kleiner und wendiger als die der Konkurrenz. Und sie brauchen weniger Besatzung.

Dann wird es den Niederländern in der Ostsee zu eng.Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0903
The sea, once it casts its spell, holds one in its net of wonder forever. (Jacques Yves Cousteau) Weiterlesen

An Leidens Grachten

Die tätowierte Stadt [Leiden]

Monsieur hat unlängst die Branche gewechselt: von Heavy Metal zu Samt und Seide. Himmel! Pulsbeschleuniger für jedes Frauenherz. Ich träume heimlich, dass wir nach 14 Ehejahren nun endlich gemeinsam durch die Edelboutiquen dieser Welt streifen oder – ungleich besser – durch schicke Vintage-Läden. Während ich meinen Gedanken nachhänge, balanciere ich am Kanal entlang, zwischen parkenden Autos hindurch, um das ein oder andere Haus am gegenüberliegen Kai abzulichten. Das will nicht so recht gelingen: Es ist diesig und am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Über Leiden färbt sich der Himmel grau. An Leidens Grachten Weiterlesen

Spritztour durch Amsterdan

Spritztour [Momentaufnahme]

Lieblingsbild aus 2013. Aufgenommen an einem Samstag im Februar, irgendwo in Amsterdam. Ein Mini, eine Frau, eine rote Ampel. Während die auf Gelb, dann auf Grün umschaltet, rutscht der Vierbeiner auf dem Beifahrersitz in die Pole-Position: Schnauze raus, Fahrtwind genießen!
Spritztour durch Amsterdan
Foto als XL-Print auf Aludibond? Gibt es bei Cewe.

Himmel über Texel

Komm, wir fahren ans Meer! [Texel]

„Komm, wir fahren ans Meer!“ „Wann?“, will Monsieur wissen. „Morgen. Das Wetter wird fabelhaft!“ Texel-Nordsee_MG_6390-2
Am Ende sitze ich allein im Auto. Gut gelaunt, das Radio spielt. Aus vollem Halse trällere ich die niederländischen Schlager mit. Ich kenne sie alle. Schließlich bin ich im Grenzgebiet aufgewachsen und das, was aus Holland zu uns herüber kam, war hip. Auch wenn es das Wort damals natürlich noch nicht gab. Heute sind die Schlager alles – außer hip. Doch was soll’s? Wir sind ja unter uns. Und Schnulzen dürfen auch mal sein.  Weiterlesen

Im Werner's

Flirt for a day: Rendezvous mit Werner [Niederlande]

Monsieur läuft mir davon. Er läuft und läuft und läuft. Tagein, tagaus, bevorzugt durch die Wälder und immer wieder nach Holland. Ich argwöhne, dass er irgendwann nicht mehr heimfindet. Monsieur ist mein Mann und ein „Runaholic“. Das war er übrigens nicht immer. Leider halte ich da einfach nicht mit. So sehr ich mich bemühe, irgendwo zwischen 5 und 10 Kilometer ist einfach Schluss. Jämmerlich. Ich befürchte, dass meine gerade aufkeimende Liebe zum Laufen schon sehr bald wieder erlischt…Der Strand für uns allein Nur ein paar Möwen leisten uns Gesellschaft
Dabei habe ich durchaus Ausdauer. Schickt mich wandern oder rauf auf einen Berg – Monsieur braucht es flach, Berge sind ihm nicht geheuer – kein Problem! Auch auf dem Rad bin ich ziemlich gut unterwegs… Weiterlesen

Maske von Folkert de Jong

Gestatten: Mondriaan, mit zwei „a“ [Niederlande]

Unzählige Mal bin ich an der weißen Villa mit dem kleinen Schild „Mondriaan“ vorbeigefahren. Der Künstler Piet Mondriaan habe einmal dort gelebt. Der Meister der Abstraktion, der Herr über Gelb, Rot und Blau. „Ob man die Villa besichtigen könne?“ Niemand wusste Genaues und da das hübsche Gebäude zwar auf meinem Fahrweg, nicht aber auf meinem Fußweg lag, ist es bei Blicken geblieben und beim „Ach, bald muss ich aber doch einmal klingeln …“

Haus im Haus - Museums Café
Die Villa steht auch heute noch am Zonnebrink 4 im niederländischen Winterswijk. Inzwischen habe ich tatsächlich dort angehalten, geklingelt. Weiterlesen