Hallo Nordlicht! [Island]

Natürlich kann man eine Bustour buchen, sich vor die Stadt chauffieren lassen, im beheizten Bus warten, auf Kommando nach draußen klettern und nach einer Stunde verrichteter oder unverrichteter Dinge heimkehren. Die Crux organisierter Nordlicht-Touren ist ganz einfach die: Es gibt einen Zeitplan und eine vorgegebene Route. Und niemanden, der außer der Standardinfo über das Naturphänomen auch nur einen Schimmer davon hätte, wo und wann man in dieser speziellen Nacht das Nordlicht am besten beobachten und vielleicht auch fotografieren kann. 
Meine erste Nordlicht-Jagd war so eine Tour. Mit meinem Sohn und 50 weiteren Gästen. Es gab ein Licht, einen blassen Schein, aber nur die pfiffige Italienerin hatte es gesehen: Auf dem Display ihrer Kamera nämlich. Der Rest von uns hatte trotz epischer Ausführungen der Reisebegleitung nicht die leiseste Ahnung, wonach er oder sie überhaupt Ausschau halten sollte. Wusste nicht, dass der weiße Schleier dort oben am Himmel keine schnöde Wolke war, sondern genau das, wonach wir in dieser Nacht suchten. Als mir dann am nächsten Morgen der nette Typ bei Autoverleih vom Tanzen der Lichter erzählte, vom Leuchten über der Stadt, davon dass es um drei am Morgen – und eben nicht um zehn am Abend – mit bloßem Auge zu sehen gewesen war, in dem Augenblick habe ich alle Bustouren und alle Tour Guides und überhaupt alles und jeden im Stillen verflucht. Mich selbst eingeschlossen. 
Eine Tour habe ich nie wieder gebucht. Ich bin auch nicht selbst mitten in der Nacht in die Wildnis gefahren, um nach Nordlichtern zu suchen. In unbekanntem Terrain wie auf Islands unbefestigten und unbeleuchteten Straßen und vor allem im Schnee ist das auch keine gute Idee. Lieber habe ich mich auf einen Experten verlassen. Auf jemanden, der das Himmelsleuchten seit vielen Jahren beobachtet, der die Straßen, Wege und vor allem schöne Plätze kennt, die eine fabelhafte Kulisse für Nordlichter abgeben. Der professionell mit einer Kamera umgehen und mir bei meinen eigenen Versuchen, das Nordlicht fotografisch einzufangen, wertvolle Tipps geben kann. Jemanden, der unabhängig von der Uhrzeit auf Nordlicht-Jagd geht, der ein Netzwerk Gleichgesinnter aufgebaut hat: Aurora-Fans, die sich gegenseitig informieren, wenn der Himmel über Island zu leuchten beginnt. Ronni ist dieser Experte. Er hat mir mein erstes Nordlicht „gezeigt“. Mit ihm bin ich mitten in der Nacht auf den schneegepuderten Eyjafjallajökull gefahren, als am 27. Februar 2014 der Himmel explodierte und die Polarlichter sogar über Norddeutschland zu sehen waren (nur leider hat dort kaum jemand etwas davon bemerkt). Auch auf meiner jüngsten Island-Reise haben wir gemeinsam Nordlichter gejagt. Und gefunden. An ganz wundervollen Orten. Nordlichter über SólheimasandurNordlichter über Sólheimasandur
Am Sólheimasandur liegt seit dem 21. November 1973 das Wrack eines US-Militärflugzeugs. Tagsüber ist die verwitterte C-117 schon ein irres Fotomotiv, unterm Nordlicht ist sie einfach grandios. Damit sich der Rumpf der Maschine in der Dunkelheit etwas besser abzeichnet, haben wir ihn innen mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet, von außen mit dem Abblendlicht der Autoscheinwerfer angestrahlt.

Ganz ohne Tricks kommen wir in einer der kommenden Nächte aus. Im Osten Islands, etwas nördlich von Höfn und eingebettet in eine Bergkulisse, liegt der Fjord Papafjörður, dessen spiegelglatte Oberfläche für fantastische Bildeffekte sorgt und in dieser Nacht nicht nur das grüne Leuchten des Nordlichts, sondern auch die unzähligen kleinen Glanzpunkte am Firmament, den Sternenhimmel wundervoll reflektiert. Der Schnee auf den Bergspitzen bringt zusätzliche Kontraste. In dieser Nacht bewegt sich das Licht nur langsam, aber in schönen „Spiralen“ und „Flammen“. Es leuchtet intensiv, ab und zu kommt ein rötlicher Schimmer durch. Und auch als wir uns nach Stunden auf den Heimweg machen, tanzt es noch über den Himmel. Magische Momente, über die man nicht viele Worte verlieren muss.Nordlichter über PapafjörðurNordlichter über Papafjörður
© Text und Fotos: Jutta M. Ingala

Wer? Wo? Was?
Nordlichter, Polarlichter oder wissenschaftlich Aurora Borealis treten hauptsächlich in den Polarregionen von Oktober bis Anfang April auf. Etwas unwissenschaftlich habe ich das Phänomen im Blogpost „Wo die Nordlichter tanzen“ zu erklären versucht. Wer im Winter in Island unterwegs ist, Nordlichter beobachten und fotografieren möchte, sollte sich gut vorbereiten oder einen lokalen Guide kontaktieren. Icelandair bietet in den Wintermonaten interessante Flug- oder Kurztrip-Specials nach Island an. Die richtige Kleidung nicht vergessen! Mehr Bilder aus Island „on the road“ gibt es übrigens auf Instagram unter meinem Hashtag #InLoveWithIceland

Diese Reise wurde außerdem unterstützt von Icelandair und Visit Vatnajökull. Herzlichen Dank dafür!

76 Gedanken zu “Hallo Nordlicht! [Island]

  1. Pingback: Meine Reisen im März: Berlin und Island | MEERBLOG

    • Guten Morgen Michael, vielen lieben Dank für dein Kompliment! Ja, Island fesselt. Diejenigen, die es nicht begeistern kann, sind wohl deutlich in der Unterzahl! Bisher war der isländische Winter mein ungeschlagener Favorit, aber die Mitternachtssonne möchte ich dort auch gerne noch einmal erleben. Sonnige Grüße, Jutta

  2. Oh Mann, wenn ich deinen Artikel lese, will ich auch unbedingt wieder in den Norden. Ein Jahr ist es bei mir erst her, aber es kommt mir ewig vor! Ich hatte damals das Glück auch rote Polarlichter zu sehen und ärgere mich immer noch, dass ich da keine Kamera dabei hatte! Und die Sache mit dem Wrack gefällt mir sehr gut, solch ein tolles Motiv zu haben gibt den Bildern noch mal etwas besonderes. Ach ja, das Fernweh wird geweckt… :)

    • Lieben Dank! Nicht wahr, der Norden ist „cool“? Ich kann das nachvollziehen: Meine erste Nordlicht-Jagd wäre von einem kleinen Erfolg gekrönt gewesen, wenn ich die Kamera-Einstellungen beherrscht hätte (und der Guide ein wenig deutlicher gemacht hätte, dass der weißliche Schleier ein – wenn auch schwaches – Nordlicht-Leuchten war). Dass in der Nacht, als wir in der Nähe des Flugzeug-Wracks waren, die Lichter leuchteten, war natürlich Glück. Auf der anderen Seite ist es sinnvoll, sich jemand Erfahrenem anzuschließen, jemandem, der relativ gut einschätzen kann, ob es nachts eine Aktivität geben wird oder nicht. So kann man beizeiten überlegen, welche Kulisse sich gut im Foto machen würde! Schön, dass die Sehnsucht neu entfacht ist! Liebe Grüße, Jutta

    • Danke, liebe Claudia! Unlängst haben sich die Nordlichter ja sogar bis an die deutsch-dänische Grenze vorgewagt, aber dann doch wieder zurückgezogen. Wäre toll, wenn sie es auch einmal bis auf unsere Breitengrade schaffen würden! Liebe Grüße, Jutta

    • Wir hatten so viel Glück in den Nächten in Island, Anika! Aber hast du nicht unlängst in Finland auch Polarlichter sehen können? Wünsche dir einen wundervollen Tag, Jutta

      • Leider neeein :( Es gab für nbefinland verschiedene Touren, eine davon ging ins finnische Lappland, da war ich aber nicht dabei. Zu dieser Anlage mit den Glasiglus, vielleicht kennst du die ja. Und sie hatten die ganze Nacht Polarlichter, die Fotos sind wunderschön! Aber in Porvoo gab es nichts zu sehen, deswegen steht es nun umso höher auf der Liste. :)

      • Genau, ein guter Grund wieder hinzufahren! Ich würde liebend gerne auch einmal nach Finnland reisen. Letztes Jahr hatte ich ein Ticket in der Tasche, das dann leider verfiel, weil das ganze Jahr zu chaotisch und nicht richtig planbar war :/ Diese tief verschneite Winterlandschaft im hohen Norden wirkt so märchenhaft! Porvoo scheint mir aber auch ohne Polarlichter einen Besuch wert: mit den schnuckeligen Häusern und Cafés. Und Geschichte mag ich sowieso! Sonnige Grüße, Jutta

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  4. Wow! Damit fängt ein Montagmorgen doch gleich viel besser an! Was für atemberaubende Aufnahmen. Ich finde die Idee mit dem Flugzeug so grandios (in meinem Kopf spukte sofort eine Abendteuergeschichte los).

    • Hallo Christine, vielen Dank, das freut mich! Ja, das Flugzeugwrack bietet einen grandiose Kulisse. Auch tagsüber. Hast du den Link zum Artikel über die Geschichte des Wracks entdeckt? Bei allem Drama haben die Insassen zum Glück ja überlebt. Wünsche dir einen tollen Start in die Woche! Jutta

    • Hi Neni, ja, die Lichter sind faszinierend! Die Natur ist genial! Übrigens gibt es Aussichten auf Polarlichter über Deutschland heute Nacht. Gerade wabern sie über der deutsch-dänischen Grenze. Zwischen 10 und 12 soll der KP-Index 7 erreichen und das bedeutet, dass die Lichter über Norddeutschland sichtbar werden. Das wäre phänomenal! Herzliche Grüße, Jutta

  5. Das kann man wirklich nicht in Worte fassen. Ich glaube ich hätte geheult wenn ich das gesehen hätte. Einfach atemberaubend! Dazu diese Kulisse. Unglaublich!!! Ich wünsche Dir ein grandioses 2015 mit vielen weiteren Nordlicht-Momenten, liebe Jutta! LG, Nadine

    • Hallo, liebe Nadine, herzlichen Dank und auch dir ein ganz fabelhaftes 2015 voller inspirierender und wundervoller Momente! Also bei der Nordlichter musste ich Ronni immer wieder in den Arm knuffen, weil ich mich so gefreut habe, aber sonst war ich ganz still und andächtig : ) Nordlichter sind einfach schön. Schon faszinierend, dass es so etwas überhaupt gibt! Ganz herzliche Grüße, Jutta

  6. Booooooah, das ist so unglaublich schön und du hast das super eingefangen. Irgendwann möchte ich das auch mal sehen. Einfach wunderschön!

    Liebste Grüße,
    Simone

    • Hallo Simone, lieben Dank! Ja, es ist ein ganz tolles Erlebnis. Natürlich besonders, wenn das Nordlicht wirklich intensiv leuchtet, was leider nicht immer der Fall ist, aber doch oft genug, wie ich auf der jüngsten Island-Reise beinahe Nacht für Nacht erlebt habe. Ist schon toll, was die Natur kann! Wünsche dir ein ganz fabelhaftes 2015! Jutta

  7. Pingback: Der Reiseblogger-Wochenrückblick 1/2015 | pixelschmitts Reiseblog

  8. Hallo Jutta,

    ein toller Artikel inkl. Deiner Bilder über Nordlichter. Wenn man sie einmal live gesehen hat und sie „mag“ kann man nie genug davon bekommen. Die „Sucht“ zahlt leider keine Krankenkasse :) . Diesen Winter (Dez 2014) hatte ich auch ziemlich viel Glück gehabt, mehr als die Jahre zuvor. Leider sind der Hauptfeind der Nordlichter die Wolken. Und die hat man leider mehr als man braucht. Wenn man sich jetzt die Wettervorhersage für Island ansieht (http://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora), so sieht man, daß man leider, wenn alles so eintritt wie prognostiziert, die Abende höchstwahrscheinlich gar nicht erst rausfahren braucht. Das ist dann echt Pech und ärgerlich und extrem schade :(

    Ob Bus oder nicht Bus? Ist natürlich auch eine Preisfrage. In Reykjavik ist es manchmal echt übel, wenn neun große Busse eines Reiseunternehmens sich an einem Spot treffen. Hatte ich dieses Jahr einmal (wo die NLs an diesem Abend auch nicht sichtbar waren), aber zweimal mit der gleichen Gesellschaft waren nur zwei Busse und einmal nur ein halb gefüllter Bus am selben Ort, was ok war. Ein Nachteil ist auch, daß man meist gegen Mitternacht wieder gen Reykjavík aufbricht und womöglich in 1/2 Stunde das Spektakel am Himmel weitergeht. Dieses Jahr war ich auch einmal mit einer Jeep-Tour (ich und 5 andere) von Reykjavik aus unterwegs die NL zu sehen, die dreimal teurer als die Bustouren war, aber mit keiner Sichtung. Da ärgert man sich schon was, über 130 € für ausgegeben zu haben.

    Überlegenswert ist sicher auch, sich für Nordlichter auf Gegenden außerhalb von Reykjavík zu konzentrieren. In Höfn ist um die Winterzeit wahrscheinlich wenig bis gar nichts los. So auch ähnlich in Akureyri, wo ich letzten Dezember war und wo die Gruppe auch drastisch kleiner als in Reykjavik sind und wahrscheinlich alles nicht so „kommerziell“ abläuft.

    Mit Höfn und Deinem Guide scheinst Du ja Glück gehabt zu haben, auch daß das Wetter mitspielte.

    Ich hoffe, daß Du bei Deinem sicherlich irgendwann wieder stattfindenden Islandbesuch mindestens genau so viel Glück haben wirst!!

    PS: Das Flugzeugwrack im Vordergrund und dann die Nordlichter ist für mich ein „Traum“. Das ist m.E. die (!) Kulisse

    Viele Grüße
    Winfried

    • Hallo Winfried, uh, danke! Ich sage mal so: Wenn man einen City-Trip unternimmt, liebäugelt man sicher mit einer der abendlichen „Northern Lights“-Touren per Bus (allein mit dem Mietwagen hinauszufahren finde ich unvernünftig). Man kann ja durchaus auch Glück haben. Garantieren, dass man die Lichter tatsächlich zu Gesicht bekommt, kann natürlich niemand. Egal, ob man in einer großen oder in einer kleinen Gruppe unterwegs ist. Ich meine, da wird einem häufig etwas vorgegaukelt und die Enttäuschung der Teilnehmer ist nachher umso größer. Vor allem, wenn man viel Geld dafür bezahlt hat. Auf meiner ersten Tour habe ich mich geärgert, dass der Guide während der Fahrt endlos herumgeschwafelt, vor Ort aber nicht konkret auf den weißen Schleier hingewiesen hat. Gut: Mit bloßem Auge konnte man eh wenig erkennen. Aber später in der Nacht hat die Aktivität ja zugenommen und wäre so eine Tour flexibel, hätten die Gäste eine viel größere Chance, die Lichter tatsächlich zu sehen. Ein Naturphänomen kann man eben nicht in einen Terminplan pressen.
      Ich bin mir nicht sicher, ob Vedur.is optimal für eine Aurora-Vorhersage ist. Es liegt ja nicht nur daran, ob der Himmel wolkenfrei ist, sondern vor allem wie hoch der KP Index in der Nacht ist. Mein Freund beobachtet eine ganze Reihe wissenschaftlicher Seiten und wird von dort per App informiert, wenn die Aktivität hoch ist. Er fährt gar nicht raus, wenn sich nichts tut. Diese falschen Versprechen gibt es bei ihm nicht. Wenn sich aber etwas tut, nimmt er seine Gäste auch morgens um 3 Uhr mit hinaus. Ja, und im Osten drängeln sich abends tatsächlich nicht so viele Nordlicht-Jäger :) Ich hatte wirklich großes Glück. Und einen erfahrenen Guide : ) Herzliche Grüße, Jutta

      • http://www.vedur.is has bad aurora forecast. I think I have not made many tours that my guests did not see the lights. I have no time limits on my tours and I even drive 100-150 km to get a clear sky if I think the lights will show up. Aurora hunting is no luck you have to know what you are doing.
        And thank you Jutta for your kind words…

      • You’re welcome Ronni. I know that you are very dedicated to your tours, especially when it comes to spot the northern lights and show them to your guests. I’d not go aurora hunting with anyone else but you! Cheers, Jutta

      • Hi Runólfur, I think I should think about going to Höfn this or next year in the „dark“ months for some days. I never was there and it would be great to go on tour with you.

        Regards
        Winfried

  9. Liebe Jutta,
    zuerst einmal wünsche ich dir ein traumhaftes, verzaubertes, unbeschreibliches, wunderschönes, gesundes, neues Jahr!
    Nordlichter !!!….du hast wieder wunderschöne *eingefangen*!
    TraumBilder! Wir hatten im September am Snaefell in der Nähe des Eyabakkajökull das Glück…und wer es einmal in *echt* erleben durfte…wird es nie vergessen!
    Ich wünsche dir tolle Reisen und Motive und den Blick für’s Schöne.
    ♥liche Grüße, Gabi

    • Liebe Gabi, ein ganz fabelhaftes 2015 auch für dich! Inspiration und magische Momente, Gesundheit natürlich und ganz viel Reiselust! Ja, ich glaube, man kann tatsächlich von Glück reden, wenn man dieses Phänomen einmal selbst erlebt. Und es brennt sich für immer ein und man braucht gar nicht viele Worte. Am besten genießt man es ganz in Stille, ganz für sich. Zauber der Natur! Ich freue mich, dass du wieder „vorbeigeschmökert“ hast. Liebe Grüße und bis bald, Jutta

  10. Da ich Nordlichter leider noch nie in natura gesehen habe eine Frage: Auf deinen Fotos sehen die Nordlichter vorwiegend grün aus. Ich habe auch schon Bilder gesehen, auf denen die Polarlichter pink und grün aussehen. Hat das mit dem Wetter zu tun oder wird da zusätzlich viel retuschiert?

    • Hallo Christina, gute Beobachtung! Tatsächlich scheinen die meisten Polarlichter wohl grün, wenn du dich durch die Bilder klickst, dann siehst du in einigen auch einen rötlichen Schimmer. Im Blogpost vom vergangenen Jahr gibt es einige Bilder mit kräftigem Pink. Das ist die natürliche Erscheinung, nicht das Ergebnis von Bildbearbeitung. Neben den Bestandteilen der Atmosphäre ist auch die Höhe, in der das Ereignis stattfindet, entscheidend für die Farbe: Grün (angeregt von Sauerstoffatomen) = ca. 100 km Höhe, Rot (ebenfalls angeregt von Sauerstoffatomen) = ca. 200 km. Violettes/Blaues Polarlicht entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen Stickstoffatome anregen. Etwas mehr dazu (wenn auch unwissenschaftlich) gibt es hier: https://6gradost.com/2014/03/30/wo-die-nordlichter-tanzen/
      Liebe Grüße, Jutta

      • Danke für die ausführliche Erklärung. So unwissenschaftlich klingt das nun überhaupt nicht. ;)

      • Hauptsache, du kannst etwas damit anfangen : ) Ich finde es ziemlich faszinierend, dass es Polarlichter bisweilen auch in unseren Breitengraden gibt. Das wäre doch einmal ein Spektakel: Lichter über dem eigenen Garten! Schönes WE für euch! Jutta

    • Hallo Regina, freut mich! Das geht mir mit vielen anderen Zielen ganz ähnlich! Aber dann denke ich mir: Hey, es läuft ja nicht weg :) Lieben Dank und alles Gute für 2015, Jutta

  11. Wahnsinns Bilder!

    Ich muss aber leider ein wenig klugscheißen: Eine DC-117 gibt es nicht. Du meinst wahrscheinlich die C-117, die verbesserte Variante der C-47 „Dakota“ oder auch zivil als DC-3 bekannt…

    Viele Grüße,
    Ingo

  12. Hallo Jutta,

    sehr tolle Eindrücke aus Island. Ich habe es übrigens mal ganz ohne Organisation probiert, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Vielleicht sollte ich bei meiner nächsten Islandreise auch auf Runólfur Hauksson zurückgreifen. ;)

    Noch eine kleine Anmerkung zu den Fotos. Kann es sein, dass der Weißabgleich bei manchen Fotos nicht ganz korrekt ist? Mir kommt das Nordlicht etwas orange vor.

    Viele Grüße
    Christian

    • Hallo Christian, freut mich! Ja, Ronni ist ein toller Guide und ein ziemlich netter Typ, den man auch gerne einfach so mit Fragen löchern kann, wenn man mehr über Nordlichter wissen möchte.
      Also, ich habe eigentlich den Weißabgleich während eines Abends nicht verändert. Vielleicht liegt es eher an unterschiedlichen Belichtungszeiten? Da habe ich ein wenig herumgespielt. Auf einigen Bilder ist auch rotes Nordlicht zu erkennen. Ist es das? Du weißt da aber mit hoher Wahrscheinlichkeit besser Bescheid als ich : ) Sonnige Grüße, Jutta

      • Hallo Jutta,
        vielen Dank für deine Antwort. Ich wollte auch nicht so klugscheißermäßig rüberkommen. Mich hatte es nur etwas gewundert, da die Bilder zum Teil einen etwas wärmeren Farbton haben. :)
        Liebe Grüße Christian

      • Hallo Christian, ganz im Gegenteil! Ich freue mich über Anregungen und Kritik, Ergänzungen und vor allem Tipps, wenn es um die Fotografie geht! Wenn ich mir deine fabelhaften Bilder ansehe, glaube ich, dass ich eine ganze Menge von dir lernen kann. Also nur zu, wenn dir irgendetwas auffällt, was anders und/oder besser sein könnte, dann höre ich es gern. Ich bin immer dankbar, wenn mich jemand auf einen Fehler aufmerksam macht wie Ingo hier im Thread in Bezug auf den Flugzeug-Typ. Natürlich freut sich jeder übe ein „Wow!“, aber ich finde, dass da viel mehr Austausch, viel mehr Diskussion stattfinden darf. Erst so entstehen neue Ideen, so öffnen sich neue Blickwinkel und man lernt dazu. Welchen Aspekt das auch immer betrifft. Einmal habe ich auf einige sachliche Fehler in einem Blogpost hingewiesen – sehr freundlich und ich habe nur zwei von einer ganzen Reihe falscher Informationen genannt. Mein Kommentar wurde nie veröffentlicht, der Texte zwar etwas geändert, aber Fehler stecken noch immer drin. Ich habe das nicht wirklich verstanden und der ganze Blog ist seitdem für mich ziemlich unglaubwürdig. Für meinen eigenen Blog wünsche ich es mir definitiv anders. Lieben Dank noch mal und einen schönen Sonntag, Jutta

    • Eva, ich war fest davon überzeugt, dass ihr die Lichter sehen würdet! Auf jeden Fall ein Grund, wieder hinzufahren! Oder nach Norwegen oder Schweden oder Finnland! Liebe Grüße, wünsche dir ein fabelhaftes 2015, Jutta

    • Hallo Stefanie, hast du schon einmal Nordlichter in natura gesehen? Ich finde sie einfach wunderschön. Die Natur ist schon ein toller Künstler! Alles Gute für 2015, liebe Grüße, Jutta

      • Nee, ich habe Glück: Mein erstes Nordlicht habe ich noch vor mir (irgendwann mal). Dir auch alles Gute fürs neue Jahr; Stefanie

    • I am sure you will Ronni! Those nights on the last tour were definitely the most amazing moments of 2014. Thanks for your patience with me! Cheers to Iceland, Jutta

    • Liebe Ulrike, freut mich, dass Sie dir gefallen! Definitiv Zeugnis der schönsten Augenblicke des vergangenen Jahres! Noch einmal alles Gute für 2015, bis bald, Jutta

    • Lach, natürlich sind die Bilder ganz echt! Bearbeitet sind sie natürlich auch und zwar im Rahmen dessen, was ich auch sonst mit meinen Bilder so anstelle : ) Sonnige Grüße, Jutta

      • Also in diesem Fall schon. Allerdings hatte ich im Text ja auch erwähnt, dass es keinesfalls immer so ist. Bei meiner ersten „Aurora-Jagd“ – also der gebuchten Bustour – hat man mit bloßem Auge nur einen weißen Schleier erkennen können. Lediglich die Italienerin, die ihre Kamera richtig eingestellt hatte (und ganz offensichtlich wusste, was sie tat), konnte etwas vom Nordlicht fotografisch festhalten. Der Rest von uns stand ratlos da. Oft sieht man zu Beginn tatsächlich nur weiße Schlieren, die sich dann verdichten, Farbe annehmen (meist Grün) und sich auch mal verfärben (Pink oder Rot). Manchmal ist das Leuchten so stark, dass es sogar die Fotos zerschießt. Man weiß nie, was kommt, wie lange das Phänomen anhält. Darum empfehle ich auch, sich jemandem anzuschließen, der weiß, wonach er Ausschau halten muss und dir im Zweifel eben auch ein flüchtiges Licht zeigen kann. Die Lichter über dem Flugzeugwrack waren viel schwächer als die über dem Fjord. Ich glaube, das ist ganz gut zu erkennen. In beiden Fällen hatten wir großes Glück und konnten die Lichter mit bloßem Auge erkennen. Irre, oder? Jutta

      • Ganz fantastisch. Ich habe schon mal ein Nordlicht gesehen,in Norwegen, das war auch eindrucksvoll aber mit diesem irren Grün konnte es sich nicht vergleichen

Heraus mit der Sprache! Ich sehe es wie Karl Popper: "Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab."

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