Strandräubermuseum Flora in De Koog

Von Seefahrern, Strandräubern und einem goldenen Ohrring [Texel]

Es ist das Goldene Zeitalter der Niederlande: Reformation, kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Die nördlichen Provinzen der Niederlande lösen sich vom habsburgischen Spanien und schließen sich zur Republik der Sieben Vereinigten Provinzen zusammen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in der Stadt, den Bauern und Landarbeitern gehört je nach Provinz gut 40 Prozent der Äcker und Weiden. Ein Zustand, der im damaligen Europa einzigartig ist.

Während die Hanse auf ihren Niedergang zusteuert, häufen niederländische Kaufleute im Ostseehandel Vermögen an. Ihre Schiffe sind kleiner und wendiger als die der Konkurrenz. Und sie brauchen weniger Besatzung.

Dann wird es den Niederländern in der Ostsee zu eng.Niederlande-Texel-DeKoog-Strandgut-Jutters_MG_0903
The sea, once it casts its spell, holds one in its net of wonder forever. (Jacques Yves Cousteau) Weiterlesen

Ins Körbchen

Picknick auf Panker [Ostsee]

Ein großer Name für ein bissiges Blatt: „Die Weltbühne“. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Wochenzeitschrift für Politik, Kultur und Wirtschaft herausgegeben, gesellschaftskritisch und explosiv. Kurt Tucholsky gehörte zur Riege der Autoren, in die sich bekannte und längst vergessene Namen reihen, war zeitweise sogar ihr Herausgeber. In der Ausgabe vom 11. Mai 1922 schrieb er: Reich an Saibling: der Selenter SeeEinsamkeit und Stille am Selenter See
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Summer Love [Momentaufnahme]

Vielleicht sollte Jón Helgason ins Reise-Business einsteigen: Er hat das Wrack einer Douglas R4D zum Sommerhaus umfunktioniert. Mit der abgefahrenen Unterkunft hätte er sicher mächtig Erfolg bei Airbnb & Co. Die Maschine liegt auf einer Anhöhe in den Ausläufern des Vatnajökull im Osten Islands und nimmt sich zwischen gewöhnlichen Hütten aus Holz und Wellblech, die als Wochenend-Quartier genutzt werden, reichlich exotisch aus. Island-Hoefn-Flugzeug-Wrack _MG_2318
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Der Kolibri küsst die Blume [Momentaufnahme]

… hieß es bei den Azteken. Dieser schwirrt schon weiter zum nächsten Flirt.

The hummingbird competes with the stillness of the air. (Chogyam Trungpa)

Im Englischen heißen die kleinen, bunt schillernden Flugkünstler „Hummingbirds“. Zu Deutsch „Summvögel“. Und tatsächlich hört sich ihr Flügelschlag mit einer Frequenz von rund 50 pro Sekunde wie ein Summen an.

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Eismeer [Island]

“And when the day arrives I’ll become the sky and I’ll become the sea and the sea will come to kiss me for I am going home. Nothing can stop me now.” Trent Reznor

Kein Meer, nur ein See. Immerhin Islands tiefster. Mit rund 250 Metern rangiert er diesbezüglich aber auch nur irgendwo im Mittelfeld. Interessanter sind da schon die Eisschollen, die mal dicht an dicht, mal weit verstreut auf dem stillen Wasser treiben. Einige haben sogar den Namen EisBERG verdient

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Pure Poesie

Gischt aus Glas [Reykjavík]

Wer Harpa verstehen will, muss zuerst Island bereisen. Muss sich einlassen auf die Launen des Landes und seine Farben, die unter tief hängenden Wolken so viel intensiver leuchten als im gleißenden Licht der Sonne. Muss dem Meer mutig – ja, tatsächlich, Mut braucht man – gegenübertreten und die Gischt der Wellen, die in Island niemals sanft ausrollen, auf der Haut spüren. Eiskalt und mehr als nur feiner Nebel. Und er muss Demut zeigen im Angesicht der bizarren Kathedralen aus Stein, jenen Kunstwerken der Natur, die wie präzise gemeißelte Säulen durch die Erdkruste brechen. Stumme Zeugen längst vergessener Vulkanausbrüche. Und doch so beredt.

Islands Natur erzählt Geschichten. Wer ihr zuhört, beginnt zu verstehen. Weiterlesen

Szene aus "No Exit"

No Exit – Guido van Heltens poetische Portraits [Reykjavík]

Reykjavík ist voller Häuser, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Das Wetter ist gnadenlos. Feuchtigkeit und Frost nagen an Fassaden, am Putz, an den Fensterrahmen. Wer es sich leisten kann, kämpft gegen die Zerstörungswut der Elemente und hübscht auf. Aber wer kann das heute in Island schon? 
„Ich mag verwitterte Oberflächen oder bröckelnde Wände wirklich. Es ist als würde ich mir die Textur ausleihen und nutzen, um meine Kunst besser zu machen. Ein Gemälde auf einer weißen Wand ist eben nur ein Gemälde. Ein Gemälde auf diesen beschissenen alten Wänden ist mehr als das“, sagt Guido van HeltenWeiterlesen

Life is a comic (s)trip [Brüssel]

1929 entspringt er der Feder von Hergé, erobert die Herzen der belgischen Jugend im Sturm und ist heute vermutlich der bekannteste Reporter der Welt: Tintin. Den sommersprossigen Rotschopf kennen wir als Tim, die bessere Hälfte von Tim und Struppi. Einer von vielen Comic-Helden, die Brüssels Häuserfassaden bevölkern und sie um einiges bunter machen.  Weiterlesen

Saustark [Momentaufnahme]

Tote Tiere in der Stadt: Sie hängen kopfüber, liegen auf dem Rücken oder sind halb verrottet. Überdimensional und (meist) schwarz-weiß gestrichelt kriechen Ratten, Hasen und anderes Getier über Häuserwände in Berlin und London, Köln oder Brüssel. Werke des Belgiers ROA Weiterlesen

Wenn die See rau ist - Copyright Runólfur Hauksson

Of Monsters and Men [Island]

„The fishermen know that the sea is dangerous and the storm terrible, but they have never found these dangers sufficient reason for remaining ashore.“ Vincent Van Gogh

Als hätte jemand einen bunten Teppich zum Willkommensgruß ausgerollt: In dicken Lettern, orange, türkis und weiß, nebeneinander und kopfüber sind sie auf den Asphalt gepinselt, die Namen heimischer Fische und Worte, die nur den Eingeweihten Aufschluss geben. „Bleiða“ etwa heißen die Fanggründe für Lobster, „kló“ – Wer dächte da nicht spontan an „Klaue“? – ist dessen Schere, „hali“ der Schwanz. 
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