Streifzüge durch den Pott [1] – Tiger and Turtle

Heute heißt der Kohlenpott ganz uncharmant Metropole Ruhr. „Zu Marketingzwecken“, so die offizielle Begründung. Dabei gibt es so viele Metropolen, den Pott aber nur einmal. Der neue Name klingt nicht nur langweilig, er scheint auch mit der Geschichte abgeschlossen zu haben. Mit Bergbau und Verhüttung, mit Zechen, Hochöfen und dem Russ in der Luft, der einst alles mit einem schmierigen Film bedeckte. Und auch mit der Emscher, die in den 1950er Jahren zur Kloake der Region verkommen war. Darauf war niemand stolz. Verständlich. Tiger and Turtle - Achterbahn aus Stahl
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Maske von Folkert de Jong

Gestatten: Mondriaan, mit zwei „a“ [Niederlande]

Unzählige Mal bin ich an der weißen Villa mit dem kleinen Schild „Mondriaan“ vorbeigefahren. Der Künstler Piet Mondriaan habe einmal dort gelebt. Der Meister der Abstraktion, der Herr über Gelb, Rot und Blau. „Ob man die Villa besichtigen könne?“ Niemand wusste Genaues und da das hübsche Gebäude zwar auf meinem Fahrweg, nicht aber auf meinem Fußweg lag, ist es bei Blicken geblieben und beim „Ach, bald muss ich aber doch einmal klingeln …“

Haus im Haus - Museums Café
Die Villa steht auch heute noch am Zonnebrink 4 im niederländischen Winterswijk. Inzwischen habe ich tatsächlich dort angehalten, geklingelt. Weiterlesen

Nature Rewired

Nur ein Katzensprung [Niederlande]

… ist es bis nach Holland. Ein, zwei Kilometer von meiner Haustür bis zur Grenze. Plus, minus. Wer nimmt das schon so genau? Wer hier im Achterhoek aufgewachsen ist weiß ohnehin, dass die Uhren jenseits der Grenze anders ticken. Das Leben scheint ein wenig bunter, unbeschwerter, das Lachen ist lauter. Und das macht Holland für mich so anziehend.

Nature Rewired Kaninchen
Genau genommen gehört meine beschauliche Heimatstadt natürlich nicht dazu. Nicht zum Achterhoek, nicht zu Holland. Und genau genommen ist das dort drüben auch nicht Holland: Es sind die Niederlande. Aber nicht wahr? Wir nehmen es eben nicht so genau. Weiterlesen

Skyr und mehr im Glas

Lust auf Keks? [Reykjavík]

Manchmal möchte ich gar nicht ankommen. Mir graut vor dem Aus- und Umsteigen, vor dem Schleppen von Gepäck, vor dem Hasten und Hetzen, um ja den Anschluss nicht zu verpassen. Oder ich bin einfach nur müde … mit oder ohne Jetlag. Auch jetzt. Schließlich ist es schon weit nach Mitternacht und wir sind immer noch unterwegs. Mit meinem Filius sitze ich im FlyBus Richtung Reykjavík. Doch während mir schon lange die Augen schwer werden surft Lu noch begeistert im Netz. Im Bus gibt es WiFi. Gratis. Wow – willkommen in Island! 

Sun Voyager
Natürlich kommt er. Unweigerlich. Der Moment in dem ich aus  dem Halbschlaf gerissen werde. Noch einmal Umsteigen: In den kleineren Shuttlebus nämlich, der es durch die engen Straßen der Altstadt von Reykjavík schafft. Weiterlesen