EISland [Island]

„It is growing cold. Winter is putting footsteps in the meadow… One would say she is a woman who wears a gown of winter frost that blinds the eyes.” Roman Paynes

Ich mag alle vier Jahreszeiten, aber Herbst und Winter sind meine erklärten Lieblinge. Im Herbst gefällt mir die berauschende Farbpalette, die raschelnden Blättern unter meinen Füßen und das Drama, das sich am bleigrauen Himmel abspielt. Grau kann so schön sein. Der Winter pustet mir den Kopf frei: Seine klare Luft, sein frostiger Atem, mit dem er so poetisch die Landschaft überzieht, tun mir gut. Im ewigen Sommer wäre ich unglücklich.
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Pfahlbau am Strand von St. Peter-Ording

Moin Moin! [Nordsee]

Es klingt fast so als würde die Tageszeit hier überhaupt keine Rolle spielen: „Moin!“ Morgens, mittags, abends. „Moin!“ passt. So unbekümmert wie ein „Hej!“ in Dänemark und so grundehrlich, dass es einem selbst zuerst zwar zaghaft – denn genau genommen gehört man ja nicht dazu –, beim nächsten Mal dann umso forscher über die Lippen kommt: „Moin!“ Damit sind die Verhältnisse geklärt. Seebrücke von St. Peter-Ording
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Palais Rohan

La vie est belle! [Straßburg]

Über Straßburg wurden ganz gewiss schon mehr Geschichten geschrieben, als die Stadt Einwohner hat: Geschichten über das Mittelalter und La Petite France mit ihren charmanten, schiefen Fachwerkhäusern, in denen einst Gerber ihrem Handwerk nachgingen. Über die Patrizierhäuser im Pariser Stil und das prächtige Palais Rohan, erbaut als fürstbischöfliche Residenz von einem der Versailler Architekten. Heute residieren drei bedeutende Museen im Palast. Dass Johannes Gutenberg hier am Buchdruck tüftelte, dass der Künstler Hans Arp – dessen Name nicht nur deutsch anmutet, sondern es auch ist – einer der prominenten Söhne der Stadt ist oder dass hier 1792 das Lied der französischen Rheinarmee komponiert wurde, seitdem zur Nationalhymne avancierte und besser bekannt ist als Marseillaise: All das gibt es mannigfach schwarz auf weiß. Nicht zu vergessen epische Berichte über die europäischen Institutionen und die Perle der Stadt, das Straßburger Münster.Palais Rohan
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Liebe auf den ersten Blick [Heidelberg]

Mit Heidelberg und mir war es Liebe auf den ersten Blick. Kein heißer Flirt, sondern eine dauerhafte Beziehung. Wir hatten eine tolle Zeit. Dabei bin ich damals ziemlich blauäugig in die Neckarstadt gefahren, habe mich eingeschrieben – Am besten irgendetwas mit Sprachen und Literatur?! – und mich erst dann gefragt, wie es wohl um den Wohnungsmarkt bestellt ist. Ganz nach dem Motto: Hier bin ich, hier bleib ich, ein Bett wird sich finden. Tatsächlich hielt ich nur wenig später einen Zettel mit einer viel versprechenden Adresse in der Hand: fußläufig zur Uni, Nähe Philosophenweg. Leider gänzlich in 70er-Jahre-Braun und -Orange gewandet. Ich habe mir selbst versichert, dass man mit Pinsel, Farbe und Fantasie durchaus etwas gegen „Retro ohne Charme“ ausrichten kann und bin abends mit einem gewichtigen Mietvertrag in der Tasche heimgefahren. 
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Wie ein galoppierendes Pferd [Frankreich]

« …à la vitesse d’un cheval au galop » Der Schriftsteller Victor Hugo soll diese poetischen Worte gefunden haben für die Flut, die den Mont Saint Michel im Wechsel der Gezeiten umbrandet und aus dem kleinen Klosterberg eine Insel macht. In Wahrheit wird der Mont Saint Michel heute nur selten völlig vom Meer umspült, aber imposant ist er auch so. Frankreich-Normandie-Raps-6GradOst_MG_1403
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Streifzüge durch den Pott [2] – Alles altes Eisen

Aufstieg, Blüte, Niedergang. Am 4. April 1985 ist alles Geschichte. Nur die Landschaft ist nicht mehr wie sie war. 84 Jahre nach Gründung durch August Thyssen ist Schicht im Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich. Auf 200 Hektar gammeln die mächtigen Industriebauten nun vor sich hin. Und die Natur schlägt zurück.  Weiterlesen

An Leidens Grachten

Die tätowierte Stadt [Leiden]

Monsieur hat unlängst die Branche gewechselt: von Heavy Metal zu Samt und Seide. Himmel! Pulsbeschleuniger für jedes Frauenherz. Ich träume heimlich, dass wir nach 14 Ehejahren nun endlich gemeinsam durch die Edelboutiquen dieser Welt streifen oder – ungleich besser – durch schicke Vintage-Läden. Während ich meinen Gedanken nachhänge, balanciere ich am Kanal entlang, zwischen parkenden Autos hindurch, um das ein oder andere Haus am gegenüberliegen Kai abzulichten. Das will nicht so recht gelingen: Es ist diesig und am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Über Leiden färbt sich der Himmel grau. An Leidens Grachten Weiterlesen

Spritztour durch Amsterdan

Spritztour [Momentaufnahme]

Lieblingsbild aus 2013. Aufgenommen an einem Samstag im Februar, irgendwo in Amsterdam. Ein Mini, eine Frau, eine rote Ampel. Während die auf Gelb, dann auf Grün umschaltet, rutscht der Vierbeiner auf dem Beifahrersitz in die Pole-Position: Schnauze raus, Fahrtwind genießen!
Spritztour durch Amsterdan
Foto als XL-Print auf Aludibond? Gibt es bei Cewe.

Goldglänzend: Kunst von James Lee Byars

Von Revoluzzern, Kunst und Kräuterkunde [Niederrhein]

Geschichtsträchtig ist der Landstrich zwischen den Niederlanden und Westfalen, eng an den großen Fluss geschmiegt, mit dem er sich den Namen teilt: der Niederrhein. Fluss und Land sind natürlich zwei paar Schuhe. Verlobt sind sie, aber nicht verheiratet. Während der Strom weiterzieht, ist die Landschaft eine schöne Konstante, die den Besucher mit einer überwältigenden Grenzenlosigkeit empfängt. Sprichwörtlich. Denn wo die Region Niederrhein beginnt und wo sie endet, das weiß niemand so ganz genau. schloss-moyland-mohn-2 Weiterlesen

Island, du Schöne

Island, du Schöne, du verführst mich immer wieder! Was ist es nur, was mich und so viele andere fasziniert? Dass dir jeder, der dir einmal begegnet, verfällt? Sicher, du geizt nicht mit Superlativen. Aber was du kannst, können andere sogar noch besser. Trotzdem bist du unwiderstehlich. 
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